Unfall an der Marienbrücke

Text von SZ-online

Bilder: Stephan Fehr

Nach Schiffskollision: Schubverband freigeschleppt
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DRESDEN - Uff - das war Schwerstarbeit! Nach 24 Stunden endlich hatte der Käpt’n wieder festen Boden unter den Füßen. Denn der Tscheche musste die ganze Nacht auf seinem Elbfrachter verbringen, nachdem sein Schubverband am Sonnabend die Marienbrücke gerammt hatte.

Die Dresdner Behörden hatten Hilfe aus Tschechien angefordert. Die schickten gleich drei Schlepper. Anschließend wurde ein Ponton (beladen mit Schiffsführerhäusern) nach dem anderen abgekoppelt, ans Ufer des Ostrageheges gezogen und vertäut. Polizeiführer Frank Götze: „Gutachter werden jetzt das Schiff in Augenschein nehmen, zur Unfallursache ermitteln.“ Momentan weiß noch niemand, wie schwer die Schäden an dem 150 Jahre alten Sandsteinbau sind. Ein Tiefbau-Experte bestätigte zunächst zwar „keine Beeinflussung der Statik“. Doch neben der Beschädigung am Brückenbogen könnte auch der permanente Druck des Schiffsverbandes auf die Pfeiler Spuren hinterlassen haben.

Deswegen wird die Schifffahrtssperre aufrechterhalten. Frank Götze: „Auch weil der Grund der Elbe auf Untiefen untersucht werden muss. Der Frachter könnte den Boden aufgewühlt haben. Die Gefahr, dass andere Schiffe stecken bleiben, ist zu groß.“ Übrigens: Ausflugsfahrten von Dresden ins Elbsandsteingebirge sind von der Sperre nicht betroffen.